MPU – die Medizinisch-Psychologische Untersuchung

Die Beurteilung der Fahreignung eines Fahrsünders wird durch eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung durchgeführt. Umgangssprachlich wird die MPU auch als Idiotentest bezeichnet, im gesetzlichen Sinne wird sie jedoch als „Begutachtung der Fahreignung“ betitelt. Die MPU erstellt eine Prognose zur Verkehrssicherheit des gesetzeswidrig gewordenen Fahrers. Außerdem fördert sie die Entscheidung der Fahrerlaubnisbehörde, ob die Fahrerlaubnis eines Fahrers neu erteilt werden könnte, oder ob sie entzogen werden sollte.

Die Bezeichnung der Fahreignung bezieht sich auf die körperliche Eignung, die geistige Eignung und die Persönlichkeitsmerkmale einer Person. Die Persönlichkeitsmerkmale ergeben sich zum Beispiel aus der persönlichen Zuverlässigkeit. Die MPU ist eine auf Fakten und Erfahrungswissen aufbauende Wahrscheinlichkeitsaussage über den Verlauf des zukünftigen Fahrverhaltens eines Fahrzeugführers.

Für eine MPU Beratung geht es hier lang

Eine Dokumentation der Fakten ist im Fahreignungsregister wie auch in der Führerscheinakte festgehalten. Ein positives Gutachten ist immer dann vorteilhaft, wenn Vorbehalte der Fahrerlaubnisbehörde, durch die verkehrspsychologischen und verkehrsmedizinischen Bescheinigungen aufgehoben werden können. Somit sollten nachweisbare Feststellungen über solide Einstellungs- und Verhaltensänderungen geliefert werden.

Die zuständige Fahrerlaubnisbehörde prüft das Gutachten ein weiteres Mal, bevor die Behörde über die Neuerteilung der Fahrerlaubnis entscheiden. Es bestehen inhaltliche sowie formale Standards, die eingehalten werden müssen, wie zum Beispiel die Beurteilungskriterien zur Kraftfahrereinigung, eine logische Ordnung, Beachtung gesetzlicher Vorgaben, Widerspruchsfreiheit, Begutachtungsleitlinien und eine wissenschaftliche Nachprüfbarkeit. Die Behörde kann ein Gutachten ablehnen, wenn sie Zweifel an der Neutralität haben, oder Fehler bei der Beachtung der Standards gemacht wurden. Dies ist in der Praxis jedoch selten der Fall. Die Neuerteilung der Fahrerlaubnis kann nur zustande kommen, wenn ein zuversichtliches Gutachten ausgestellt wurde.

schlechte Sicht im Straßenverkehr

Speziell im Vordergrund einer individuellen verkehrspsychologischen Sitzung, sollte die persönliche Problematik des Verkehrssünders stehen. Das generelle Ziel einer qualifizierten Beratung durch einen Verkehrspsychologen ist zum einem die Neuerteilung der Fahrberechtigung und zum anderem die Prävention von neuen Verkehrsdelikten. Wenn die Einsicht zum Fehlverhalten und eine grundsätzliche Problemlösung fehlen oder nicht angemessen fundiert sind, ist die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalles sehr hoch. Die MPU-Beratung wird auch als verkehrspsychologischer Beratung bezeichnet, welche von verkehrspsychologischen Beratern oder von fachkompetenten Verkehrspsychologen abgehalten wird. Der verkehrspsychologische Berater ist ein amtlich anerkannter Beruf und ist somit gemäß § 71 Fahrerlaubnis-Verordnung geschützt. Ganz im Gegensatz zu nicht seriösen MPU-Beratern sind renommierte Verkehrspsychologen verpflichtet, an Fortbildungen teilzunehmen.

Ziel einer ordentlichen MPU-Beratung ist es, die Dauer der Fahrerlaubnissperre effektiv zur Vorbereitung auf die essenzielle MPU zu nutzen, und die Fahreignung beständig zu rehabilitieren.

Verkürzung der Sperrfrist

In vereinzelten Fällen besteht die Möglichkeit einer Verkürzung der Sperrfrist, welche beispielsweise abhängig von dem Messwert der Blutalkoholkonzentration ist. Die Sperrfrist kann in bestimmten Fällen bis zu zwei Monaten verkürzt werden, ist jedoch an bestimmte Auflagen geknüpft. Es ist zum Beispiel ein Faktor, ob eine erstmalige, oder eine mehrmalige Alkoholfahrt bis zu 2,0 Promille stattgefunden hat. Letztendlich trifft der zuständige Richter die maßgebende Entscheidung. Um eine Verkürzung der Sperrfrist anzusteuern ist eine rechtzeitige Intervention erforderlich.

Untersuchungsgründe

Zu den relevantesten Untersuchungsanlässen gehören:

Alkohol:Fahrzeugführer sowie Radfahrer sind mit einem Promillewert von 1,6 Promille oder mehr gefahren, oder sind mehrmals alkoholisiert am Steuer auffällig geworden. Alkohol am Steuer ist der Hauptgrund, der zu einer Aufforderung zur Teilnahme an einer MPU führt.

Drogen: Fahrzeugführer ist unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr auffällig geworden oder es liegen einer Behörde Hinweise zu einem Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz, vor.

Punkte: Wer mehr als sieben Punkte in Flensburg in dem Fahreignungsregister angesammelt hat, oder besonders schwerwiegende         Verkehrsverstöße begangen hat.

Viele Verkehrsschilder der StVO auf einem Haufen

Ablauf einer MPUNachdem ein Fahrer eine Führerschein-Neuerteilung beantragt hat, schickt Fahrererlaubnisbehörde alle notwendigen Unterlagen und Dokumente an eine vom Antragsteller frei wählbare MPU-Stelle. Die MPU-Stelle händigt das erstellte Gutachten dem Antragsteller aus. Erst wenn der Fahrer ein positives Gutachten bei der Führerscheinstelle einreicht, wird der beantragte Führerschein ausgehändigt.

Schutz für den Verbraucher

Einige unseriöse Anbieter nutzen die Notlage der betroffenen Fahrer aus und beuten Sie mit Telefonabzocke oder angeblichen Paketangeboten ab. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP) weist auf ausführliche Hinweise zum Verbraucherschutz. Der BDP empfiehlt objektive und förderliche Ratgeberliteratur zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung. Sie führen zudem ein Verzeichnis über alle amtlich anerkannten MPU-Stellen und verkehrspsychologischen Beratern in Deutschland.

Zuverlässige Hilfsangebote

Die Bundesanstalt für Straßenwesen bietet Auskünfte über die MPU und eine vorzeitige Hilfestellung an. Weiterhin stellt die Bundesanstalt für Straßenwesen eine Liste von amtlich anerkannten Begutachtungsstellen für Fahreignung (FfF) bereit. Die Begutachtungsstelle Fahrerlaubniswesen der Bundesanstalt für Straßenwesen kontrolliert und prüft die Qualität der MPU-Gutachten sowie die praktischen Durchführungen der MPU-Stellen. Nur so kann die Qualität der medizinisch-psychologischen Untersuchung gewahrt werden. Zahlreiche Einrichtungen bieten schon im Vorfeld Informationsveranstaltungen über die MPU an. Die Begutachtungsstellen für Fahreignungen (BfF) werden im Volksmund auch MPU-Stellen genannt. Es werden Kriterien besprochen, die zu einem positiven Gutachten führen können und der generelle Ablauf wird den Teilnehmern erörtert. Die MPU-Stellen sind an eine Schweigepflicht gegenüber Dritten gebunden. Weder Mitarbeiter der Fahrerlaubnisbehörde, noch Angehörige oder Verkehrsanwälte dürfen informiert werden. Eine MPU-Stelle darf beispielsweise die Ergebnisse der Gutachten nicht der Führerscheinstelle übermitteln. Unabhängig von der Tatsache, ob das Gutachten positiv oder negativ ausgefallen ist, muss der MPU-Teilnehmer selbst sein Gutachten an die entsprechende Führerscheinstelle weiterleiten. Die MPU-Stellen unterliegen der Schweigepflicht. Generell könnte jeder, der sich für kompetent hält MPU-Vorbereitungen anbieten und eben genau dies geschieht auch in der Praxis. Daher sollte man sich gründlich informieren, möchte man Hilfeleistungen bezüglich der MPU-Vorbereitung in Anspruch nehmen. Gesetzlich gesehen bestehen keine geregelten Qualifikationskontrollen oder Anforderungen an die Berechtigung und Weiterbildung der Kursleiter. Zudem gibt es keine einheitlichen, fachlichen Standards.

Vorraussetzungen für kompetente Beratungsmodelle

 Anerkannte Begutachtungsstellen

In Deutschland existieren zurzeit 15 amtlich anerkannte Träger von Begutachtungsstellen für die Fahreignung. Sie unterliegen kontinuierlichen Kontrollen durch die Begutachtungsstelle für das Fahrerlaubniswesen, die der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zugeordnet sind. Die Bundesanstalt für Straßenwesen überprüft, ob die definierten Standards über die in der Richtlinie über die Bedingungen für Träger von Begutachtungsstellen sowie deren Begutachtungen über die BASt befolgt werden.

Die Richtlinien schließen 85 Regelungspunkte ein, die die Qualität des Begutachtungsverfahrens der BASt mit wiederholten Kontrollen und der mehrmaligen Gutachtenuntersuchung gewährleisten sollen. In den Richtlinien ist die Ausführung der MPU sowie das Erstellen der MPU Gutachten bis ins Detail geregelt. Die von den amtlich anerkannten Begutachtungsstellen erstellten Gutachten werden generell von allen Fahrerlaubnisbehörden akzeptiert, jedoch entscheidet im Einzelfall die zuständige Behörde, ob das eingereichte Gutachten für die zu fallende Entscheidung verwendbar ist. Die Bestimmungen der Richtlinie beziehen sich allein auf die Begutachtungsstellen für die Fahreignung, also die der MPU-Stellen. Für die ärztlichen Gutachten, die häufig auch angeordnet werden, bestehen keine vergleichbaren Bestimmungen.

Die BASt kündigt ihre Begutachtungen nicht vorher an und sie erfolgen somit unangemeldet. Die Ergebnisse der Begutachtung der BASt werden als Gutachten aufgezeichnet. Diese werden für die amtliche Anerkennung zuständige Landesbehörde und den Trägern zugeschickt. Besondere Regelungen existieren für neue Träger von Begutachtungsstellen für die Fahreignung. Die Begutachtungen der BASt sichern lediglich die Anforderung für die Erteilung bzw. das Bewahren der „amtlichen Anerkennung“ der Trägerorganisation über die autorisierten Stellen der Bundesländer (§66 FeV). Diese genehmigt jedoch nicht die Tätigkeit als MPU-Stelle. Nur die zuständige Aufsichtsbehörde der Bundesländer, auf Basis der Begutachtung der BASt, kann die amtliche Anerkennung der Träger erteilen. Die amtliche Anerkennung ist mit diversen Auflagen verbunden.

Zurzeit sind folgende Institutionen von den Landesbehörden amtlich anerkannt und berechtigt in den entsprechenden Bundesländern Begutachtungsstellen zu betreiben.

Wurden Sie einer Ordnungswidrigkeit bezichtigt, dann können Sie im aktuellen Bußgeldkatalog sowie im aktuellen Bußgeldrechner Ihr Strafmaß einsehen. Vergessen Sie nicht, dass nicht nur Sie Fehler machen, sondern auch die Behörden und ein Einspruch lohnt sich öfter, als Sie denken.